Luftballonpunkte

Luftballonpunkte im MLM

Qualifikationen treiben die Menschen zu Höchstleistungen, die Amerikaner sind z.B. Weltmeister darin, “Luft in Tüten” zu verkaufen. Immer, wenn die Umsätze nicht dem entsprechen, was die „Taschenrechnerabteilung“ eines Network-Marketing-Unternehmens als Planumsatz vorgegeben hat, dann werden ganz großzügig „Luftballonpunkte“ verteilt. Mit diesem Marketinginstrument können zwar die Umsätze angekurbelt werden, aber es besteht auch die Gefahr, dass im nächsten Monat der gesamte Umsatz kollabiert, weil den Networkern anschließend das Geld für die normale Qualifikation fehlt, da mit dem „Luftballon-Punkte-System“ das Einkaufsvolumen künstlich aufgebläht wurde, um die Quartalszahlen besser aussehen zu lassen. Am Verkaufsverhalten der Berater wird dies nämlich in den meisten Fällen nichts ändern, außer, daß der mehr Ware zu Hause stehen hat als zuvor und ihn das gute Gefühl umgibt, es endlich geschafft zu haben, sich für die erste Position zu qualifizieren.

Doppelte Punktzahl

Für jede Qualifikation auf dem Karriereplan benötigen Sie ein entsprechendes Umsatzvolumen. Entspricht 1 Punkt einem Euro und Sie benötigen für die erste Bonusstufe meinetwegen 480 Punkte, dann müssen Sie mit Ihrem Team für 480,- €uro Punkte einkaufen, um diese Position zu erreichen. Auf dieser Stufe erhalten Sie dann 3 % Differenzprovisionen auf die unter Ihnen entstandenen Umsätze. Ihre gesamte Organisation ist allerdings schon am ächzen über die monatliche Grundqualifikation von 120,- €uro. Jetzt greift Ihr Unternehmen zum „Luftballonpunkte-Trick“, halbiert das CV-Volumen (Provisionsvolumen) auf 50 % und gibt für jeden Produkt-Punkt, der gekauft wird, 10 Extra-Luftballonpunkte für die Qualifikation. Ein richtiger Qualifikationshype ist das Ergebnis und die Leute kaufen, bevor die Gratis-Luftballon-Punkte ausgehen Qualifikationsware ein, denn die Luftballonpunkte sind nur begrenzt am Lager vorrätig. Verkauft werden jetzt die Produkte, die sonst niemand los wird. Was geschieht?

Der Berater unter Ihnen kauft jetzt Ware für 100,- €uro, erhält 1.000 Luftballon-Punkte und hat nun gemeinsam mit Ihnen die gleiche Stufe erreicht. Sie erhalten nur noch auf 50,- €uro Provisionen (das CV-Volumen wurde halbiert). In der nächsten Ausgabe der Firmenzeitschrift werden die ganzen Luftballon-Qualifikanten abgebildet, weil eine wahre Momentum-Welle durch den Markt gerollt ist. Ja, das ist tolles Geschäft man kann wieder neue Gesichter für die Außenwirkung zeigen. Im folgenden Monat gehen die Umsätze zurück, weil keiner mehr Geld hat, die normale Ware zu kaufen.

Luftballon Qualifikanten können das Einkommen reduzieren

Im Ernstfall sind Sie eine Führungskraft, haben die höchste Position im Karriereplan erreicht und leben eigentlich von den hohen Differenzpositionen,  weil im eigenen Team die meisten keine hohen Karrierestufen erreicht haben. Jetzt hat sich eine Armee von „Luftpunkte-Qualifikanten“ im Karriereplan hochgerobbt und verringert in der Folge Ihr Einkommen. Die wiederum haben jetzt Rang und Titel, aber nicht mehr Geld verdient, weil es sich nicht um echten neuen rekrutierten Außenumsatz gehandelt hat, sondern um interne Einkäufe. Der Geschäftsführer ist ganz entzückt darüber, wie viele neue „Führungskräfte“ über Nacht entstanden sind und die Führungskraft rechnet schon, was ihn diese Nummer durch folgende Ausstiege, der Halbierung von Provisionen und fehlenden Differenzen kosten wird.

Die Verteilung von Luftballon-Punkten ist demnach ein zweischneidiges Schwert, insbesondere in Kombination mit der Reduzierung von Provisionen. Es wird zwar ein interner Hype geschaffen, aber die Mannschaft lernt das Fischen und Jagen draußen an der Rekrutierungsfront nicht. Einkaufsgemeinschaften entziehen den Haushalten und Beratern Geld und das kann zu anschließenden überproportionalen Sterberaten führen, weil der ein oder andere ganz übermotiviert Ware eingekauft hat, um einmal als wahrer (qualifizierter) Luftballon-Held auf der Bühne zu stehen. Der „Trugschluß-Ehrung“ für einen erfolgreichen Wareneinkauf folgt dann der Katzenjammer der Realität. Man hat weniger Geld in der Haushaltskasse als zuvor, aber dafür bekommt man zumindest eine Urkunde, unterschrieben vom CEO, als Massenkopie angefertigt, mit einem ganz großen Glückwunsch für die erfolgreiche Qualifikation

 

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